Zeitgeschehen

02 steuerLiebe Leser, schreiben Sie selbst! Freie Improvisation ist gefragt. Hier können die Säue, die täglich durch unsere Medienwelt gejagt werden, aufs Korn genommen werden. Die Aufgabe besteht darin, das unsäglich Breitgetretene als Verhüllungstechnik offenzulegen. Denn unter jedem breitgetretenen Quark liegt ein Geheimnis, das nicht zum Vorschein kommen soll, weil es das schön-geordnete Selbstbild untergraben würde.

Viel Vergnügen bei der Schnitzeljagd!

Verkehrte Welt

Da sitzt ein großes Volk mitten in Europa, umringt von Freunden hinter offenen Grenzen, die Wirtschaft brummt, der Haushalt ist ausgeglichen, die Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, die Inflation nahe Null, der Konsum blüht, der Wald ist nicht gestorben und die Lebenserwartung nimmt stetig zu... Aber im Volk rumort es. Zu viele Fremde strömten ins Land. Die Belastungsgrenzen seien erreicht, die Behörden überfordert. Den Gemeinden ginge das Geld aus. Die Leistungsfähigkeit aller Wohlwollenden sei erreicht. Die Kanzlerin verkündet Durchhalteparolen. Das Volk zweifelt. »Und wer hilft den Helfern?«, fragt es vorwurfsvoll zurück. Man gebe sein Bestes, aber nun sei man mit seinen Kräften am Ende. - Ein großes Volk kann nicht mehr.

Hunderttausende besitzlose Männer, Frauen und Kinder bitten um Hilfe und Aufnahme. Sie haben alles verloren: Heimat, Familie und Eigentum. Sie riskierten auf der Flucht ihr Leben, Ungezählte blieben auf der Strecke. Nun stehen sie mit leeren Händen auf unseren Straßen, angekommen am Nullpunkt ihrer Existenz. Aber am Ende sind sie nicht! Endlich in Sicherheit bieten sie uns ihre Zukunft, ihr Können, ihre guten Vorsätze und ihre Tüchtigkeit an. Bereit, nochmal ganz von vorne anzufangen, sehnen sie sich nach Arbeit und fürchten keine Belastung.

Liebes Großes Deutsches Volk,
bist Du wirklich so leidend?