Golf-Blog

Diese Kolumnen sind 2014 in der Main-Post, Würzburg, erschienen.
Tenor: Alles halb so wild bei den Golfern!

Allgemeine Regelkunde

„Buchstabe"as Golfspiel gilt als eine der schwierigsten Ballsportarten. Zu Recht. Aber noch schwieriger als die Beherrschung eines Golfballs ist die Einhaltung der Golfregeln. Hindernis Nummer Eins ist die Komplexität des Regelwerkes. Mühelos ließe sich ein Bücherregal mit Literatur zu diesem Thema füllen. In jedem Golfclub gibt es ein, zwei sogenannte Regelpäpste, die alles gelesen haben. Seltsamerweise sind es immer Herren, die sich diesen Ehrentitel verdienen, und diese Herren sind unglaublich beliebt, weil sie immer alles besser wissen. Der Durchschnittsgolfer gibt sich mit den „Offiziellen Golfregeln“ zufrieden, die jährlich aktualisiert werden. Es handelt sich um ein Taschenbuch mittlerer Größe in kleiner Schrift, das den Vergleich mit dem StGB nicht zu scheuen braucht. Darin wird z.B. erklärt, was ein „Hindernis“ von einem „Hemmnis“ unterscheidet und ob ein Ball im „Aus“ liegt, je nach dem ob er auf der Ausgrenze liegt, sie nur berührt oder im vollen Umfang überschritten hat; und wie man das feststellt und was man tun muss, wenn es nicht festzustellen ist oder die Spieler sich nicht einigen können. Manchen Golfern ist das alles zu kompliziert.

Diese Schlaumeier reduzieren die Sache auf zwei Grundsätze: 1) Spiele den Ball wie er liegt. 2) Verschaffe Dir keinen Vorteil. Und man glaubt es kaum: Diese zwei Grundsätze reichen völlig aus für ein konfliktfreies Golfleben. Aber hier stoßen wir auf das Hindernis Nummer Zwei: Die Natur des Menschen. Der Mensch verzichtet nicht gern auf einen Vorteil, und er hasst widrige Umstände. Seit Menschengedenken räumt er alles beiseite, was sich ihm in den Weg stellt. Diese Tugend hat ihn groß und stark gemacht. Und auf dem Golfplatz soll er plötzlich alles hinnehmen wie es ist? Sich von Glück und Pech herumschubsen lassen wie ein Trottel? Sich ohne Widerstand den dümmsten Zufällen unterwerfen? Das ist schwierig. Und es ist Fairplay!